Kunsttherapie
Heilsam gestalten – Gefühle sichtbar machen
Warum Kunsttherapie? - Wert und Bedeutung
Die Kunsttherapie bietet Kindern und Jugendlichen einen geschützten, kreativen Raum, in dem innere Erlebnisse sichtbar werden können, ohne sie sofort sprachlich formulieren zu müssen. Farben, Formen und Symbole schaffen dabei einen intuitiven Zugang zu Gefühlen, Gedanken und Wünschen – und eröffnen Wege, sich selbst besser zu verstehen.
Therapeutische Aspekte
Wie Kunst wirkt – der heilende Effekt
Kinder und Jugendliche spüren Emotionen oft sehr intensiv, verfügen aber entweder noch nicht immer über die Fähigkeit, sie klar auszudrücken oder sie sind ihnen noch nicht bewusst genug. Die Kunsttherapie bietet ihnen eine alternative Sprache, die unmittelbar wirkt und Entlastung verschaffen kann.
Der heilende Effekt der Kunsttherapie entsteht auf mehreren Ebenen, sie:
- Ermöglicht einen nonverbalen Ausdruck, bietet ein Ventil für Gefühle und erleichtert das Mitteilen innerer Zustände, dient der emotionalen Entlastung – oft auch dann, wenn Worte fehlen oder das Sprechen schwerfällt.
- Erleichtert den Zugang zu schwierigen Themen, sodass unsichtbare Prozesse sichtbar gemacht werden, wodurch neue Perspektiven entstehen und innere Zusammenhänge verständlich werden.
- Innere Konflikte, Ängste oder Wünsche werden im Bild sichtbar und dadurch greifbarer. Dies unterstützt dabei, sich selbst zu sortieren und neue Perspektiven zu entwickeln, innere Ordnung und Verstehen zu schaffen.
- Sie führt zu emotionaler Entlastung und fördert emotionale und soziale Kompetenzen, dient der Ressourcenaktivierung, Stabilisierung und Regulation.
- Sie fördert Problemlösefähigkeit, führt zu Stärkung von Selbstausdruck,
Verstehen, Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen.
- Das gemeinsame kreative Arbeiten erleichtert Nähe, Vertrauen und eine tragfähige therapeutische Beziehung.
- Ruhige, wiederholende oder sinnliche Gestaltungsprozesse wirken beruhigend, fördern Achtsamkeit und helfen, Stress abzubauen. Das begleitet Entwicklungsprozesse einfühlsam und spielerisch.
Damit ist sie ein sehr wertvoller Baustein innerhalb therapeutischer Arbeit und eignet sich hervorragend für Kinder, die sich schwer tun, über Gefühle zu sprechen, oder für junge Menschen, die sich über kreative Wege leichter öffnen.

Für wen eignet sich Kunsttherapie?
Kunsttherapie kann besonders hilfreich sein bei:
- emotionalen Problemen wie z.B. Ängsten oder depressiven Verstimmungen
- Belastungen nach Scheidung, Trennung, Verlust oder konflikthaften Situationen
- traumatischen Erfahrungen, die schwer verarbeitet werden
- Schwierigkeiten in Schule, sozialem Umfeld oder Familie
- psychosomatischen Beschwerden
- eigener Krankheit oder schwere Krankheit in der Familie
- Entwicklungs-, Verhaltens- oder Regulationsproblemen
- Kinder die kreativ sind, Therapie ablehnen, sie aber aus emotionalen Gründen brauchen
Kosten und Kostenübernahme
Kunsttherapie wird nicht als eigenständige Leistung von den Krankenkassen übernommen.
Eine Kostenübernahme ist jedoch bei Privatpatienten möglich, wenn kunsttherapeutische Elemente als Teil einer ärztlich verordneten psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden – zum Beispiel bei emotionalen Problemen, psychischen Belastungen oder diagnostizierten Störungsbildern. In diesem Rahmen kann die Kunsttherapie über die reguläre Psychotherapie abgerechnet werden.
Da es sich dabei nicht um einen "Malkurs", sondern um eine ärztlich-psychotherapeutische Leistung im Rahmen einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung handelt - bei der Kunst als zusätzliches Therapiemedium eingesetzt wird - wird diese entsprechend nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet (GOÄ).
Es gelten daher für Privatpatienten und Selbstzahler, auch hier die unter Kosten & Erstattung geschilderten Rahmenbedingungen.



